Lukas Podolski: Vom Bankdrücker zum Sportinvaliden

von Tom am 26. April 2007 

in 1. Bundesliga

In Köln war er der große Star und Publikumsliebling, er schoss kuriose Tore am laufenden Band und bescherte Köln damals den Aufstieg. Die Rede ist von Lukas Podolski. Nach seiner Kölner Zeit kam die WM 2006 in Deutschland, in der Poldi auftrumpfte und zum besten Jungspieler gewählt wurde. Der Wechsel zu den Bayern stand längst fest. Was für eine steile Karriere mag man da denken, und es sollte immer besser werden. Doch jetzt ist seine erste Saison für den Münchner Rekordmeister zu Ende: Knorpelprobleme am Knie müssen nunmal operiert werden. Doch ganz so schlimm wie der Titel anmutet ist es natürlich nicht, Folge sind 2 bis 3 Monate Pause. Zeit, mal etwas genauer seine Saison zu betrachten.

Das einstige größte Stürmertalent Deutschlands versauerte in seiner Anfangszeit zu Beginn der Saison unter Felix Magath meist nur auf der Bank. Immerhin konnte er so seinem Kumpel Schweini zugucken. Nur sporadisch kam er zum Einsatz, erst unter Ottimar Hitzfeld kam er häufiger zum Einsatz. Insgesamt brachte Prinz Poldi es auf 22 Einsätze an 30 Spieltagen, wurde allerdings 17 mal davon nur ein- bzw. ausgewechselt. Welch ein Ärgerniss! Und Tore? Die blieben bis auf ein paar Elfmeter auf fast gänzlich aus, 4 Buden sind einfach zu wenig für einen Nationalstürmer! So richtig wollte der Knoten in der Bundesliga nicht platzen, so muss er sich mit einer unterirdischen kicker-Note von 3,89 zufrieden geben.

Auch wenn er bei den Bayern fußballerisch nicht so viel zeigen konnte, eines hat er gelernt: Poldi verhält sich in Interviews heutzutage auffällig “professionell”. Früher hieß es noch “Ich hab 2 Dinger gemacht! Ich bin zufrieden mit mir und noch glücklicher wenn ich auch nächstes mal treffe”. Dies hat man ihm abgewöhnt bei den Bayern, jetzt heißt es eher “Das wichtigste ist, dass die Mannschaft gut gespielt und gepunktet hat, mein Tor ist Nebensache”.

Ganz anders lief es in der Nationalmannschaft für ihn, da macht er ein Ding nach dem anderen und schießt Deutschland zur EM 2008. Er wird allerdings in den Partien gegen San Marino und die Slowakei Anfang Juni fehlen. Dennoch bleibt als Urteil für diese vergangene Saison nur ein “ausreichend”. Und wie es ihm gefällt, wenn Bayern den versprochenen Top-Stürmer holt, seien es Luca Toni oder Miro Klose, das bleibt auch noch abzuwarten. Ich würde mir wünschen, Lukas wäre in einem anderem Team mit Stammplatz untergebracht – für den deutschen Fußball. Aber mit Miro Klose zusammen zu spielen, das gefiele ihm sicherlich, das kennt er ja schon und das mag er besonders gern.

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OnkelBenz (Hosen runter in München) 04.27.07 at 09:12

Vieles stimmt in Deinen Aussagen, ohne Frage.
Man sollte aber auch UNBEDINGT unter Betracht ziehen, dass sich die “Problematik” um Podolski einreiht in viele viele Mißstände beim FC Bayern, die diese Saison knallhart zum Vorschein gekommen sind.
Ich denke, diesen Blog-Eintrag sollte man am Ende der nächsten Saison noch mal überprüfen. Es gab nur wenige Stürmer beim FC Bayern, die sich direkt in der ersten Saison beim FC Bayern profiliert haben.

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