Der Abstieg eines Herbstmeisters. Oder: Aus der Zauber.

von Markus am 18. April 2009 

in 1. Bundesliga

11 Siege, 2 Unentschieden und 42 erzielte Tore. So las sich nach dem 17. Spieltag der laufenden Saison die Bilanz des Aufsteigers aus Hoffenheim, welcher zuvor den Durchmarsch aus Liga 3 gelang. Resultat dieser außergewöhnlichen Leistung war die Herbstmeisterschaft. Ganz Deutschland schnalzte mit der Zunge, wenn Ibisevic, Ba, Carlos Eduardo und Co sich die Bälle zuspielten. Das war Zucker für die Augen. Traumhafter Fußball brachte die Truppe von Ralf Rangnick an die Spitze der Bundesliga, aber von der Meisterschaft wollte man nichts wissen, der Nichtabstieg war das offizielle Ziel. Heute, nach dem 28. Spieltag, nach 11 Spielen in der Rückrunde, nimmt die Ernüchterung jedoch seinen Lauf.

Die Hoffenheimer haben ein echtes Problem, denn im Jahr 2009 wurde erst ein Spiel gewonnen. Begonnen hat die schwarze Serie mit dem Kreuzbandriss von Ibisevic. Der Mann war unglaublich gut drauf. Mit 18 Toren in der Hinrunde war er seinen Konkurrenten weit voraus. Aber die vielen Sturmtalente ließen auf eine weitere Torjagd hoffen.

Stattdessen wurde Problembär Sanogo verpflichtet, dessen nur kurzfristiger Nutzen schon vorher bekannt war. Im ersten Spiel konnte Sanogo sogar treffen, beim 2:0 gegen Energie Cottbus. Anschließend fiel er jedoch eher durch seine grauenhafte Chancenverwertung auf, wie auch im heutigen Spiel in Karlsruhe. Seine Torquote beträgt nun 10%. Zum Vergleich, die von Ibisevic lag bei 100% (oder 106%, wenn man so will).

Ein weiteres Problem besteht in der Unbeständigkeit. Zu den vielen Verletzungen kommt vor allem die Disziplinlosigkeit einiger Akteure, wie Carlos Eduardo. Auf der Fair-Play-Tabelle steht man also nicht zu Unrecht auf Platz 17. Kein Spieler konnte alle Spiele bestreiten. Den nötigen Halt sollte Timo Hildebrand bringen. Der Neuzugang in der Winterpause konnte jedoch erst vier mal auflaufen. Zu wenig, um Kontinuität zu verschaffen.

Ergebnis der Krise: Nur noch Platz 8, mit 4 Punkten Rückstand auf die internationalen Plätze. Stop, da war ja was. Die internationalen Plätze – die hatte Rangnick letztlich doch als Ziel kommuniziert. Wenn das mal kein Fehler war. Damit konnte er sich keinen Gefallen tun. Seine Kritiker, allen voran Uli Hoeneß, werden wohl Recht behalten, wenn sie sagen, dass Hoffenheim noch einbrechen werde.

Doch die Misere ist noch lange nicht vorbei. Das sage ich zumindest. Hoffenheim muss meines Erachtens ganz stark aufpassen, die schöne Hinrunde nicht noch kaputt zu machen. Ich muss gestehen, auch ich habe gestaunt beim Hoffenheimer Fußball. Aber das, was heute wieder gezeigt wurde, ist weit davon entfernt.

Wenigstens hat man den Klassenerhalt schon sicher.

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Bundesliga: Das war der 28. Spieltag - Wolfsburg bleibt vorne | Heimkabine.de
04.20.09 um 11:29

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Torben 04.19.09 at 11:08

Ragnick hatte in einem Interview von dem oben angsprochenen Ziel nichts mehr wissen wollen und meint nur “Das ist unser Maximalziel”… :) Leichte Ernüchterung scheint sich breit zu machen… Aber man muss eben auch bedenken, dass Hoffenheim durch zahlreiche Verletzte arg geschwächt wurde…die Euphorie scheint aber erstmal dahin!

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