
Vergangenen Sonntag trafen der Hamburger SV und Hansa Rostock in Hamburg aufeinander. Ein mit Spannung erwartetes Nordderby, für Hansa-Fans fast schon das wichtigste Spiel in der Saison. Auch dieses Jahr waren wieder knapp 10.000 Rostocker dabei. Aber was konnte man schon erwarten in einem Spiel gegen den Drittplatzierten? Alles andere als eine Niederlage wäre eine Sensation gewesen. Aber kämpfen kann man ja trotzdem, schließlich haben die Hanseaten sich nach dem versauten Saisonstart gefangen, man hatte eine feste Aufstellung und stand hinten relativ sicher. Es gab also keinen Grund, etwas umzustellen.
Doch es kam, wie es kommen musste: statt mit Professionalität handelte Pagelsdorf emotional. Ließ beispielsweise einen rüstigen Paule Beinlich spielen, statt die bewährte “Doppelsechs” mit Rathgeb und Bülow beizubehalten, weil Beinlich sich ein Wiedersehen in Hamburg so sehr gewünscht hat. Und statt Spieler zu bringen, die ins Team spielerisch integriert sind, wurde ein Fin Bartels ins kalte Wasser geworfen. Der kleine Schmalhans hatte natürlich nicht den Hauch einer Chance gegen Atouba und Co, ebenso wenig wie Beinlich Akzente setzen konnte. Man kehrte also in alte Muster zurück, wie in den ersten Saisonspielen. Jeder der jungen Rostocker versuchte, den Ball möglichst schnell zu Paule zu spielen, welcher natürlich hoffnungslos überfordert war.
Ich habe zwar keinen Sieg erwartet, aber ein bisschen Kampf habe ich mir schon erhofft. Doch nach dem 1:0 durch van der Vaart schienen die Rostocker das Spiel schon abgehakt zu haben. Dementsprechend leise waren dann auch die Fans. Aber wie müsste man zu den Hamburgern sagen: wenn man auch solche schwachen Spiele gewinnt, ist man eine Spitzenmannschaft.
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