Um den Abstieg betteln am Beispiel von Hansa Rostock

von Tom am 28. April 2008 

in 1. Bundesliga

Für Energie Cottbus und Hansa Rostock ging es am Samstag um alles, es war für beide Mannschaften eine der wichtigsten Partien der Saison. Während Cottbus durch den Sieg schon fast am rettenden Ufer angekommen ist wird Hansa Rostock – zieht man das Restprogramm in Betracht – fast sicher absteigen. Am Samstag in der Lausitz sah es so aus, als wollten die Rostocker absteigen. Doktor Fußball erklärt wie man richtig um den Abstieg bettelt, um auch garantiert unterzugehen, am Beispiel von Hansa Rostock.


Es ist ja gar nicht mehr so leicht abzusteigen. Selbst wenn man gar nicht gewinnen will kann es sein, dass man mal in Führung geht, so wie es Samstag geschah, als der Ball durch Zufall bei dem allein vor dem Tor stehenden Cetkovic landete und der auch noch den Kasten traf. Aber wenn man schonmal führt kann man es ja versuchen – und zwar mit Spielverzögerungen. Hansa machte alles richtig und spielte schon nach knapp einer Viertelstunde auf Zeit. So locker wie sie sich die Kugel hin und her schoben spielen sonst nur Mannschaften die schon mit 4:0 oder höher führen. Klasse wie sie das anstellen. Ich meine wer ist schon Cottbus, haben ja nur die letzten drei Heimspiele in Folge gewonnen. Zum Ende der zweiten Halbzeit gab es dann Gelb-Rot für die Lausitzer. Jetzt ist man ja sogar noch in Überzahl für gut 45 Minuten.

Also nach der Pause noch einen Gang zurückgeschaltet. Ich wusste gar nicht, dass das geht. Statt wie in der ersten Halbzeit den Ball fröhlich und beschwingt durch die eigenen Reihen zu passen überlässt man das Spielen dem Gegner. Die sind zwar einer weniger, aber dafür müssen wir auch weniger laufen. Also ließ man den Gegner laufen, statt sich selbst zu bewegen, was dazu führte, dass Cottbus eine Chance nach der anderen hatte. Dafür vernachlässigt Cottbus halt die Abwehr. Kein Grund für die Rostocker das auszunutzen, man führt ja 1:0. Die sich zwangsläufig zahlreich ergebenden Kontermöglichkeiten muss man schon geschickt spielen, um nicht zum 2:0 oder sogar 3:0 treffen. Hansa hat hier zwei einfache Konterregeln beachtet: Laufe nicht zu schnell, sodass der Gegner Zeit hat hinterher zu kommen und spiele Pässe nur quer, nicht in die Spitze.

80 Minuten um und immernoch in Führung. “Wir haben es ja gleich geschafft” heißt die Devise, also mit dem Ball noch ein wenig rumdallern bevor man ihn an den Gegenspieler verliert. Decken braucht man auch nicht mehr, die werden schon kein Tor mehr machen. Und schwups liegt man 2:1 zurück. Das Spiel ist vorbei und man steigt (vielleicht) ab. So ist das, wenn man nicht gewinnen will.

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Mecker 10.18.10 at 16:18

Jaja so ist das.

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