Lothar Matthäus – Ab nach Argentinien!

von Markus am 24. Oktober 2009 

in Forschung

Die unendliche Geschichte um Lothar Matthäus und seine musterhafte Trainerkarriere schreibt offenbar bald ein neues Kapitel. Bisher liest sich die Liste seiner Stationen wie eine Bewerbung auf den Trainerposten der Nationalmannschaft in der Nach-Löw-Ära. Gestern Mittag noch als neuer Verteidigungsminister gehandelt, wird Loddar laut Medienberichten vom argentinischen Erstligisten und Traditionsverein Racing Club de Avellaneda umworben. Doch bevor wir zu seinen Erfolgsaussichten eines solchen Engagements kommen, möchten wir kurz seine bisherigen Erfolge als Trainer anreißen.

Seine erste Station war Rapid Wien im Jahre 2001, mit denen er prompt die schlechteste Platzierung der Vereinsgeschichte (seit 1911!) erreichte. Durch öffentliche, vereinsschädigende Aussagen katapultierte Matthäus sich schnell aus dem Amt, klagte nach seinem Restgehalt und verlor.

Anschließend zog es ihn für fast ein ganzes Jahr nach Serbien-Montenegro, wo er mit Partizan Belgrad die Meisterschaft holte und die CL-Qualifikation vollbrachte. Doch das reichte dem Neugeborenen Erfolgstrainer nicht: weniger als einen Monat darauf, Anfang 2004, begann seine Amtszeit als Nationaltrainer Ungarns. In diesen zwei Jahren gelang ihm zwar nicht die WM-Qualifikation, jedoch ein Sieg gegen die deutsche Nationalelf in einem Jubiläumsspiel.

Wiederum einen Monat später fand Loddar sich in Brasilien wieder, als Übungsleiter des Clube Paranaense. Das Intermezzo war jedoch nicht von langer Dauer: nachdem eine 30tägige Sperre für Matthäus verhängt wurde, entschloss er in seinem Europaurlaub, den Rückweg einfach nicht anzutreten.

Dass später ausgerechnet Giovanni Trapattoni mit Lothar als Co-Trainer zusammenarbeite, verwundert aufgrund Lothars Italienischkenntnissen kaum. Doch lange trieb er sein Unwesen in Salzburg nicht, das ungleiche Paar wurde nach nur einem Jahr aufgrund “unterschiedlicher Auffassungen” getrennt.

Aber ein Lothar Matthäus wäre nicht ein Lothar Matthäus, wenn er jetzt aufgeben würde. Statt als Trainer von Hansa Rostock zu starten, versuchte der Unermüdliche anschließend sein Glück in Israel. Das Vertragsverhältnis wurde jedoch offiziell aufgrund der angespannten finanziellen Situation seines Vereins Maccabi Netanya aufgelöst.

Jede einzelne Station von Matthäus ist ein Geschehnis, das seinesgleichen sucht. Eine Geschichte wie diese kann wohl nur ein Ausnahmesportler schreiben. Das Sprachtalent Matthäus ist schließlich als Spieler eine echte Legende. Seine fragwürdigen Methoden, sich von Trainerjobs wieder schnellstmöglich zu entledigen, verbessern sein Image aber nicht gerade nachhaltig. Die Wahrscheinlichkeit in der Bundesliga mal rangelassen zu werden, vermindern sich nach jedem weiteren Einsatz, wenn das überhaupt noch möglich ist. Nicht ganz zu Unrecht, schließlich muss man bei dieser Personalie ja immer Angst haben, dass er bei der nächsten Trainerentlassung in München plötzlich keine Lust mehr hat und wieder zu Hause bleibt. Im Gegensatz zum normalen Berufsleben sind Loddars Auslandserfahrungen der Karriere nicht gerade förderlich.

Angesichts der bisherigen Erfolge als Coach, kann man Matthäus also nur zu Argentinien raten. Bei Null ist er jetzt schon. Es kann nur noch aufwärts gehen. Und Racing Club de Avellaneda sei gesagt – das Risiko ist gering. Wenn es nicht läuft, wird Herr Matthäus schon von alleine wieder gehen.

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DailySoccer 26/10/2009 | Spielfeldrand - Das Magazin
10.26.09 um 15:49

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