HSV, Hertha, Werder: Deutschland ist ganz groß in Europa!

von Markus am 18. September 2009 

in International

Der Donnerstag in einer internationalen Fußballwoche: Europa Liga – oder wahlweise Europe League, ich wehre mich gegen diesen frischen neuen Namen – ist angesagt. Der HSV ist zu Gast in Wien, Hertha spielt vor heimischer Kulisse gegen Ventspils und Werder spielt in Funchal. Interessante Spiele, könnte man meinen. Extra zeitig Feierabend gemacht, um den Anpfiff in Wien nicht zu verpassen. Der HSV ist in der Bundesliga auf Platz eins, wollen wir mal sehen ob das Zufall/Glück/Dusel ist, oder ob da was hinter steckt. Als Optimist hoffe ich natürlich auf drei Siege der deutschen Teams an diesem Donnerstag Abend.

Das Spiel in Wien läuft also. Was sollen die langweiligen Ösis schon reißen? Und was passiert: ich werde vom HSV bitter enttäuscht. Eine Leistung wie dahingesch….. Selbst routinierte, international erfahrene Spieler wie Zé Roberto legen eine Einstellung an den Tag, die unter aller Sau ist. Kampfgeist, Laufbereitschaft, Cleverness – Fehlanzeige! Stattdessen sehe ich offensiv aufspielende Wiener. Rapid macht das Spiel, und wie! Das Ernst-Happel-Stadion ist rappelvoll. Und laut ist es, eine Hammer-Stimmung. Zur Halbzeit liegt der HSV 2:0 zurück. Gut, dass schnell der Halbzeitpfiff kam. Den Schnitt braucht man jetzt, um in der zweiten Hälfte das Spiel noch zu drehen, denke ich mir.

Die zweite Halbzeit lief dann. Und was soll ich sagen? Wie konnte ich nur erwarten, dass da noch was kommt? Ich sah nur den gleichen Mist wie vor der Pause. Schnell erinnerte ich mich an das Rückspiel gegen Randers. Wieder solch eine hanseatische Überheblichkeit? Nun ja, hanseatisch muten nur wenige, wenn nicht sogar keine, der Rothosen an. Letzteres zeigt sich jedoch zum wiederholten Male. Muss ich den HSV nun mögen?

Hertha gegen Ventspils, na wenigstens das musste doch gewonnen werden. Der vierte der vergangenen Bundesliga-Saison gegen einen baltischen Fußballverein, bei dem einem höchstens der Namensbestandteil Pils bekannt vorkommt. Dass Hertha nicht den Zuspruch der Menschenmassen bekommt, wie ein Hauptstadtclub ihn haben sollte, war mir ja klar. Aber, dass das Spiel in Berlin so uninteressant ist, dass – man höre und staune – 13.454 Fans ihren Weg ins Stadion fanden, rief in mir Erstaunen hervor. Das Spiel habe ich also nebenbei bei den Kollegen vom Hertha Blog mitverfolgt. Ein mageres kam dabei raus. Die Begeisterung hält sich in Grenzen. Der Ausgleich durch Ventspils wurde erzielt durch einen Spieler, der nicht mal auf der offiziellen Vereinshomepage gelistet ist. Mir fehlen die Worte.

Die letzte Hoffnung des Abends war also, dass Bremen in Portugal die Situation besser im Griff hat. Ohne Özil müsste man gegen Nacional Funchal auch klarkommen. Und so sah es auch lange aus. Mit einer 2:0 Führung in der zweiten Halbzeit ist die Sache doch gegessen. Die witzigen Fangesänge der Portugiesen, die mehr nach einem Knabenchor als nach biertrinkenden, pöbelnden und aggressiven Männern klingen, wurden fortgeführt. Nicht aber das Spiel von Werder. Plötzlich steht es 2:2. Der Abend ist gelaufen. Aus den erhofften drei Siegen wurden zwei magere Unentschieden, dachte ich schon. Doch Pizarro zeigte noch einmal seine Klasse und markierte den Siegtreffer. Wenigstens etwas, so lautet das Fazit des Abends. Nicht mehr und nicht weniger.

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andreas 09.18.09 at 18:27

Jaja, das war ganz schön arm…. aber was man Werder lassen muß, sie kämpfen für die Eischaltquote von ran. Hat Sat1 ja auch mal schön runderneuert, passend zur tollen neuen Europa-Liga. Und nach dem desaströsen HSV-Spiel dachte sicher nicht bloß einer in Fußballdeutschland ans umschalten, lockten doch explosionsgeladene US-Blockbuster und gefühlsschwangere Castingshows (meine Freundin fightet wie eine Bestie um die Macht an der Fernbedienung…).
Und Bremen? Lullen dich ein mit Standfußball gegen völlig unterlegene Gegner, wenn auch vor traumhafter Kulisse (5500 Schlafmützen, inklusive Blaskapelle und Ronaldos Mama), Sicherheit an allen Fronten, irgendwann stets dann auch mal 2:0.
Aber dann kam entweder ein Anruf vom Sat1 Sportchef oder die Jungs haben ihr Herz für Free-TV-Fußball entdeckt. So routiniert die Spannungskurve nach oben treiben mittels Totalausfall auf fast allen Positionen, dazu gehört Talent und Konzept. Vergiss das Stellungsspiel, Gegentore müssen her! Hat man dann ja auch geschafft… Aber trotzdem kurz vor Schluß noch den Siegtreffer reingewürgt, so zeigt man Klasse!!
Okay, war schon ein schönes Ding von Pizarro.
Eine letzte Frage bleibt: Warum unterliegen die Hinter-Tor-Unparteiischen einem Schweigegelübte oder gehören Fouls direkt vor der Nase nicht zu ihrem Aufgabengebiet?
Antworten hoffentlich im weiteren Verlauf des Wettbewerbs.

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