Fußballer aus Leidenschaft, es gibt sie noch!

von André am 14. Februar 2007 

in 1. Bundesliga, Fisimatenten, International

So sollte es schon aussehen, das Eigenheim
Es gibt sie also doch noch, die Uwe Seelers oder Gerd Müllers. Fußballer aus Leidenschaft, Fußballer mit Leib und Seele, doch dazu später mehr. Heutzutage ist jeder Profi-Fußballer eine Ich-AG, die darauf aus ist, den bestmöglichen Gewinn für sich zu erwirtschaften. Jeder Fußballer bis in die Regionalliga hat mittlerweile einen persönlichen Berater, der Kontakte knüpft und Verträge aushandelt. Bei fast jedem Wechsel fließt Handgeld und die Berater kassieren dicke Provisionen. Es geht nur um das große Geld – der Kontoauszug muss glänzen und das Auto darf nicht minder funkeln. Häuser mit großen Gärten und einer Garage für mindestens 5 Luxus-Schlitten muss schon drin sein.

Die Fußballer von heute vergessen vollends das wirkliche Leben. Es wird ge- stöhnt, wenn man 2 x mal Tag trainiert. Daniel Van Buyten beispielsweise äußerte sich sehr missmutig über den frühen Trainingsbeginn bei den Bayern (8.00 Uhr). In Hamburg war es doch so schön, 10 Uhr Training an der AOL-Arena, und mittags ab nach Hause. Ja ja, das Leben al s Profi ist echt grausam. Wenn es hoch kommt, zwei Einheiten á 90 Minuten am Tag, dazwischen entweder ab ins Café oder die Rundumbetreuung in den Trainingskatakomben nutzen. Abends im eigenen Heimkino die neusten DVDs reinziehen und am Wochenende, nach den anstrengenden 90 Minuten im Stadion , die Ruhe mit der bildschönen Freundin genießen. Ihr habt es so schwer.

Doch unerwartet kam die Nachricht, dass auch Profis noch des Fußballs wegen diesen Sport ausüben. Samuel Eto’o vom FC Barcelona war am vergangenen Wochenende derart erbost über seinen Trainer, dass er nicht den zugesagten 30 Minuten Einsatz bekam. 3 Minuten vor Ende der Partie wollte Frank Rijkaard den Stürmer, der eine 4-monatige Verletzungspause hinter sich hat, einwechseln. Eto’o weigerte sich wie ein kleines Kind: “Für drei Minuten mach ich mich doch nicht dreckig“. Jeder andere Profi hätte sich einwechseln lassen – aus nur einem Grund: Der Auflaufprämie.

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