Fehlentscheidungen in der Bundesliga: Wen trifft es am härtesten?

von Tom am 17. März 2008 

in 1. Bundesliga

Es vergeht mittlerweile kein Spieltag mehr, an dem nicht ein oder zwei Spiele durch Fehlentscheidungen entschieden werden. Auch an diesem 24. Spieltag wurden zwei Spiele maßgeblich beeinflusst: dem Rostocker Enrico Kern als auch dem Bremer Daniel Jensen gelangen je ein Tor, das wegen angeblichem Abseits aberkannt wurde. Zwei Fehlentscheidungen, die zum Einen den Sieg von Hansa gegen Hertha gekostet hat und zum Anderen den Bremern die Führung nahm. Eigentlich sagt man ja, dass sich solche Vorfälle über die Saison hin wieder ausgleichen. Nimmt man an, dass diese Fehlentscheidungen zufällig verteilt sind, wäre das auch ungefährt der Fall. Ich habe mal nachgeforscht, wen es am häufigsten trifft.


Wirft man mal einen Blick auf die wahre Tabelle, fällt einem schnell auf, dass ganze 11 Mannschaften zwischen null und drei Punkten mehr oder weniger hätten, wenn dort erfasste Fehlentscheidungen nicht gewesen wären. Diese Zahlen haben jedoch nur einen theoretischen Wert, denn es kann natürlich nicht berücksichtigt werden, wie der weitere Verlauf eines Spiels gewesen wäre.

Ob Zufall oder nicht, ausgerechnet die beiden “Ostclubs” Energie Cottbus und Hansa Rostock wurden am stärksten benachteiligt, denen jeweils drei bzw. ein Tor aufgrund von angeblichem Abseits nicht gegeben wurden. Aber die sind auch nicht weiter schlimm, meist schwer zu entscheiden. Schlimmer sind für mich jedoch die verweigerten Elfmeter: Cottbus bekam ganze drei Mal und Hansa sogar vier Mal keinen Elfer zugesprochen, wobei Rostock durch einen nicht gegebenen Strastoß im Gegenzug ein entscheidenes Tor gefangen hat (am 21. Spieltag gegen Dortmund). Vielleicht schwebt in den Hinterköpfen der Schiedsrichter, dass die Ostvereine keine große Lobby in der Bundesliga haben und sich schon nicht beschweren werden, so entscheiden sie vielleicht in einer kniffligen Situation eben nicht für den Angreifer. Aber so weit will ich nicht gehen, das wäre natürlich ein schwerer Vorwurf.

Auch Nürnberg und Bremen wurden durch Fehlentscheidungen um fünf bzw. vier Punkte ärmer. Profitiert haben zum Beispiel Duisburg (+6 Punkte), Hannover (+5 Punkte) und Hamburg (+4 Punkte). Es ist also zu erkennen, dass nicht immer die selbe Mannschaft Vorteile aus Fehlentscheidungen zieht, sondern die Punkte dort gleichmäßiger verteilt sind als bei den benachteiligten Teams.

Ich will unseren Schiedsrichtern hier gar nicht vorwerfen, diese Fehler aus reiner Fahrlässigkeit gemacht zu haben. Oftmals handelt es sich um derartig knappe Szenen, sodass man schon am TV eine Weile braucht, um den Sachverhalt richtig zu erkennen. Wie soll das dann in Sekundenbruchteilen zu 100% genau entschieden werden. Außerdem haben wir im europäischen Vergleich sicherlich mit die besten Schiedsrichter.

Viel mehr möchte ich sehen, dass man von technischen Mitteln Gebrauch macht. Oder zumindest Gedanken über solch ein Modell hegt. Ich finde es falsch, einfach alle Bemühungen und Ideen in Richtung Videobeweis im Keim zu ersticken, als untauglich und nicht machbar abzustempeln. Wenn man sich nicht bemüht etwas zu verändern, kann man die Situation auch nicht verbessern.

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