Ein neuer Mann beim VfB

von Andreas am 8. Dezember 2009 

in 1. Bundesliga

Letzten Sonntag kam es dann, wie es kommen musste und wahrscheinlich schon längst hätte kommen sollen: Nach einer bisher desaströsen Saison schickt der VfB Stuttgart seinen Trainer Markus Babbel in die Fußballwüste.

Und mal ehrlich: Dieses 1:1 zuhause gegen Bochum war nicht bloß enttäuschend, sondern schon fast peinlich. Langweiliger Standfußball, jede Menge individuelle Fehler, unorganisiert, konzept- und ideenlos. Totalausfall als Hilfsausdruck für Spielverweigerung. Da muß selbst dem geduldigsten Schwaben das Dinkel-Acker im Hals stecken bleiben.

Einige der Fans hätten selbiges offenbar gerne dem einen oder anderen ihrer Spieler vor die hochbezahlten Füße gespuckt. So gab es denn schon vor dem Spiel unschöne Tumulte bei der Einfahrt des Mannschaftsbusses ins Stadion.

Markus Babbel quittierte dies mit einer deutlichen Ansprache vor der Presse, wohlgemerkt nach seiner Entlassung. Hut ab, das hätte nicht jeder scheidende Trainer gemacht.

So oder so, die Trennung wahr unvermeidlich und lag schon lange vor dem Wochenende in der Cannstadter Luft, auch wenn der spontan enttäuschte Horst Heldt verbale Krokodilstränen vergißt. Und das gerade mal knappe zwanzig Minuten vor der Vorstellung des neuen Trainers.

Christian Gross heißt er übrigens, der Gute, Eidgenosse, der auf Disziplin schwört. Zuletzt war er beim FC Basel unter Vertrag, mit dem er diverse Meisterschaften und Pokalsiege einfuhr. Das eine oder andere kurze Gastspiel in der Champions-League war auch dabei. Etwas Erfahrung als Feuerwehrmann bringt er auch mit, so hat Gross während eines kleinen Ausflugs auf die Insel die Spurs mal vor einem schier unabwendbaren Abstieg gerettet. Ist nur auch schon zwölf Jahre her.

Man wird sehen, welches Potential der neue Trainer in der an sich doch recht ordentlich besetzten VfB-Mannschaft freisetzen kann. Der Fan schöpft jedenfalls wieder Hoffnung, das Präsidium spricht vom richtigen Mann. Muß es ja auch. Hoffentlich auch noch nach Mittwoch, da ist der rumänische Meister aus Urziceni zu Gast. Und die wollen ebenso ins Achtelfinale der Königsklasse wie die Schwaben…

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