Ein Mann wie ein Erdbeben

von Markus am 2. Februar 2007 

in 1. Bundesliga, Legenden

Torwart wider Willen – Oliver Reck
Oliver Reck war schon Torwart-Titan, da hatte Olli Kahn noch in die viel zu enge Sporthose gemacht. In unserer Serie “Legenden der Bundesliga” gebührt ihm daher ein Ehrenplatz. Geboren wurde Oliver Reck am 27. Februar 1965 in Frankfurt am Main als Sohn eines Schuhputzers. Genauere Informationen über seine Mutter gibt es leider nicht – man munkelt, dass sie sich flüchtete als sie das Baby sah. Nach einer steilen Karriere als sicherer Rückhalt der Kickers aus Offenbach, von Werder Bremen und Schalke 04 kann “Pannen-Olli”, wie ihn seine Fans liebevoll bezeichnen, auf Höhepunkte noch und nöcher zurückblicken.

471 Bundesligaspiele, ein Tor, nur 22 Gegentore in der Meisterschaftssaison 1988. Das sind Daten mit denen andere Bundesliga-Torhüter sofort die Nummer 1 in der deutschen Nationalmannschaft einfordern würden. Doch Olli wurde diese Ehre leider nie zu Teil, der verdiente Respekt blieb ihm stets untersagt – dennoch blieb Oliver Reck stets ruhig und gelassen.

Druck habe ich nur, wenn ich morgens auf die Toilette gehe.

Vielleicht lag es an einigen kleinen Fehlern, die Olli sich während seiner Profikarriere leistete, doch Doktor Fussball vermutet dahinter eine Verschwörung aus allerhöchsten Kreisen. Ich, Doktor Fussball, behaupte, dass der DFB Oliver Reck nie zu Welt- und Europameisterschaten mitnehmen wollte, weil er, und das ist weithin bekannt, mit Abstand der schlechteste Sänger unter den damaligen Bundesliga-Profis war. Mit Oliver Reck als Bariton wären nie Welthits wie “Far Away In America” oder “Wir sind schon auf’m Brenner” zustande gekommen. Von daher sind die Entscheidungen des DFB nur allzu gut zu verstehen. Andreas Köpke dagegen war ein Bariton von Weltklasseformat, somit auch prädestiniert für eine deutsche Nationalmannschaft.
Aufgrund des Bildungsauftrages von Doktor Fussball fassen wir zusammen: Erfolgreicher Nationalspieler kann nur der werden, der sich bereits zu Lebzeiten um sein Goldkehlchen verdient macht. In diesem Sinne: Für Deutschland! Für die Nationalmannschaft! Für die Charts!

{ 5 comments }

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Rene 02.02.07 at 11:51

Wiederholt nehme ich nun wahr, dass Doktor Fussball anscheinend ein sehr musikalisches Gehör hat. Wie wäre es wenn Ihr eine neue Rubrik “Fussballsongs” aufnehmt und das ein oder andere Exemplar hier ausstellt? Vielleicht springt dann ja der Funke auf die zahlreichen Nationalspieler über, die hier tagtäglich Eure Artikel lesen.

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Doktor Fussball 02.02.07 at 11:57

Rene, das hast du sehr gut festgestellt. Mit meiner musikalischen Vergangenheit beim Shanty-Chor “Seebären Ellerhoop” bin ich natürlich auch musikalisch vorbelastet. Dies ist auch der Grund für die kritische Diskussion der Nationalmannschafts-Songs! Die Einrichtung einer neuen Kategorie werde ich mit meinen Arzthelferinnen noch diskutieren müssen. Aber danke für die Idee!

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Rene 02.02.07 at 12:10

Na wenn Doktor Fussball ein waschechter Chorknabe ist sollte er die Lieder doch gleich selbst singen. Ich bin sicher da schmelzen auch die Arzthelferinnen dahin.

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Doktor Fussball 02.02.07 at 12:15

Meine Arzthelferinnen brauche ich mit meiner lieblichen Stimme nicht betören, die schmelzen schon bei meinem Anblick dahin! ;-)

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kurtspaeter 02.02.07 at 21:57

“Ich, Doktor Fussball, behaupte, dass der DFB Oliver Reck nie zu Welt- und Europameisterschaten mitnehmen wollte, weil er, und das ist weithin bekannt, mit Abstand der schlechteste Sänger unter den damaligen Bundesliga-Profis war.”

Dir ist aber hoffentlich bekannt, daß der unmusikalische Olli immerhin zu den Europameistern 1996 gehört?

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