David Jarolim, von den Einen geliebt, von den Anderen gehasst. Der kleine drahtige Tscheche ist einer der unbeliebtesten Spieler der Bundesliga. Und das nicht zu Unrecht, wie ich finde. Durch viele kleine versteckte Fouls und Unsportlichkeiten macht er Spiel für Spiel seinen Gegnern das Leben zur Hölle. Ein großer Verdienst für den HSV. Aber dank seiner Cleverness wurde er dafür nie bestraft, denn selbst seine provozierten Freistöße sind fast nie Schwalben, da Jarolim den Kontakt zum Kontrahenten förmlich sucht – und meist auch findet. Nun hat es ihn erwischt, “dank” einer Tätlichkeit wurde er vom Platz gestellt.
Folge seines “Eierkniffs” sind vier Spiele Sperre und 10.000 Euro Strafe. “Anders als Jarolim war da Silva allerdings Wiederholungstäter” heißt es als Begründung in der Main Rheiner, warum Vragel da Silva für einen Ellbogencheck 8 Spiele Sperre bekam und Jarolim mit lediglich der Hälfte wegkommt. Der Vergleich zwischen Eierkniff und Ellbogencheck hinkt zwar stark, aber ein Wiederholungstäter ist auch Jarolim, allerdings nicht so offensichtlich. Hätte Jarolim nicht ausnahmsweise mal so unclever gehandelt wie am vergangenen Wochenende, dann würde er noch in den nächsten Spielen sein Unwesen treiben. Für mich war die “Arschkarte” schon längst überfällig.
In Folge der Hetzkampagne gegen ihn meinte David sogar, er habe kein Spaß mehr am Fußball in Deutschland. Wenn er geht würde sich viele Spieler und Fans freuen, aber dafür wäre das Spiel vom HSV noch langweiliger. Dabei müsste Jaro doch wissen: wer austeilt muss auch einstecken können! Maik Franz zum Beispiel kann auch einstecken. Man könnte sogar behaupten, dass er diese Phase der Aufmerksamkeit, wenn auch häufig negativer Art, regelrecht genossen hat.
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